SCHÜTZENHÖFER VOR GERICHT - BUCHPRÄSENTATION IM JUSTIZPALAST

Im August 2015 wurden in einem LKW nahe Parndorf die Leichen von 71 Menschen entdeckt. 59 Männer, acht Frauen und vier Kinder aus Syrien, dem Irak und Afghanistan wollten im Zuge der großen Fluchtbewegung nach Österreich gelangen und sind im LKW-Laderaum erstickt. Der Maler Josef Schützenhöfer erinnert mit einem großen Gemälde an diese Menschen. Das Bild wird die nächsten Wochen im Justizpalast in Wien ausgestellt. Es war zuvor bereits im Kunsthaus Graz gezeigt worden.  KATALOG

 

Die Eröffnung fand am 18. Oktober 2017 im Beisein von Dr. Gabriele Fink-Hopf, Vize-präsidentin des Oberlandesgerichts Wien und Dr. Wolfgang Brandstetter, Vizekanzler und Bundesminister für Justiz, statt.


Artist statement- Josef Schützenhöfer

Mit den Abschlussmodalitäten am Maryland Institute, der Ausfolgerung des Diploms und diverser Veranstaltungen gab es auch einen besonders inspirierenden Moment. Die Direktorin der MFA Studienrichtung für Malerei, Grace Hartigan, die Koryphäe des Abstrakten Expressionismus, hatte für jeden Ihrer Absolventen/Absolventinnen eine sehr persönliche Abschieds-Notiz parat. In meinem Fall liest es sich wie folgend:

„ …mit großer Vorsicht solltest Du der New Yorker Kunstszene begegnen, sie hat eine Art junge Talente zu verspeisen. …

Strebe nicht nach den Elfenbeinturm der Künste, die Peripherie verdient es umso mehr.“

Dieser Ratschlag ist mir geblieben und so bin ich überzeugt, dass es mit „Art for Art sake“ nicht Genüge ist, dass das „Selbst“ alleine nicht ausreicht und wohl auch vom Salz der Erde eine willkommene Würze erfährt. So ist es zu erklären warum ich in der Arbeitswelt, in der Technologie die uns umringt, oder am Alltagskampf der Politik die Thematik für meine Malerei finde. Meine Sozialisierung hat zum wesentlichen Teil in den USA stattgefunden. Das Regionalist Movement, das Kunst Programm der Works Progress Administration ist für mich bedeutend. Deren Ziel der kulturellen Erosion, welche das künstlerische Talent in die Metropolen absaugt Einhalt zu gebieten,  finde ich nach wie vor Zeitgemäß. Im Kreis der Privilegierten sich zu bewegen ist der bequeme Weg zur Kunst. Nach dem uns die Allgemeinheit den Ausbildungsweg ermöglicht und finanziert, wäre es das mindeste Nachschau zu halten, in einer Umgebung in der es sich vielleicht nicht so glatt lebt und hier solidarisch und zugänglich zu sein.

Dies erlaubt vielleicht auch das „Abseits“ ins Tuch der Kunst zu weben.